• +49 2471 1269 0
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Mon- Fri 8:00 - 18:00
Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x
Testberichte

Testberichte

Aktuellen Empfehlungen der Fachpresse. Die Besten der Besten im Detail
Katalog

Katalog

Schnell klicken und bestellen. Der Katalog wird Ihnen kostenfrei geliefert. Katalog bestellen!
Händlersuche

Händlersuche

Hier finden Sie den Büse Händler in Ihrer Nähe.
Beileger

Beileger

Die aktuelle Büse Werbung zum blättern. Gleich reinschauen und sparen.

Porträt Heino Büse (MCE Spezial Febr./März '10)

hbu_mce0203_2010_thumb_2

MCE Spezial Febr./März '10 „Ich will beruflich kürzertreten, um mehr Zeit für die Familie zu haben, zu reisen und vielleicht mal wieder Motorrad fahren.“ Der das sagt, ist kein Mann, der den Eindruck macht, als müsste er beruflich kürzertreten, kein Mann, dem man seine 65 Jahre ansieht,...

 

„Ich will beruflich kürzertreten, um mehr Zeit für die Familie zu haben, zu reisen und vielleicht mal wieder Motorrad fahren.“ Der das sagt, ist kein Mann, der den Eindruck macht, als müsste er beruflich kürzertreten, kein Mann, dem man seine 65 Jahre ansieht, den man eher auf Mitte 50 schätzen würde. Der das sagt, ist kein anderer als Heino Büse, Geschäftsführer und Eigentümer der Heino Büse MX Import GmbH, einem der größten „Vollsortimenter“ unter den Großhändlern Europas für Motorradbekleidung und technisches Zubehör für Motorräder.

 

Doch Büse ist nicht nur Chef des in Roetgen bei Aachen ansässigen Unternehmens, das sich in 25 Jahren vom kleinen Einmann-Betrieb zum Großhändler mit über 30 Mitarbeitern entwickelt hat und welches heute über 3000 Händler in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und in Luxemburg betreut. Heino Büse, Jahrgang 1944, ist einer der erfolgreichsten deutschen Endurofahrer überhaupt, der nach seinen Titeln gefragt, schon einmal nachdenken muss. Insgesamt wurde Büse zwölfmal Deutscher Meister, holte zwei Europameistertitel (die EM war vom Niveau der erst 1990 eingeführten WM gleichzusetzen), gewann die Klassen übergreifende Gesamtwertung der Six-Days auf der Isle of Man und hat in seiner Sammlung zwölf Goldmedaillen von den Six-Days liegen.

 

Angefangen hat die sportliche Karriere dabei kurioserweise damit, dass es eben nicht ganz so losging, wie „der junge“ Heino sich das vorgestellt hatte. „Das war so Ende der 50er Jahre. Bei uns im Ort hatten wir einen Enduristen, der für die meisten von uns Jungs ein Fahrervorbild war. Mehrere Motorräder hatte der zu Haus und irgendwann stand mal zur Debatte, wer bei ihm immer ordentlich mitputzt und hilft, dem wolle er dann für ein Rennen eine 50er Maschine zur Verfügung stellen.“ Für einige der Jungs ging ein Traum in Erfüllung, Heino Büse war nicht mit von der Partie. Das war der Moment, in dem ein Charakterzug Büses offenbar werden sollte, der sich später durch sein gesamtes Leben zog. „Ich war erst sauer, aber dann sagte ich mir: Das kann ich allein, ich mache mir das möglich und ich kann das sicher noch besser als die anderen.“

 

Von da an wurde eisern gespart, auch von den Eltern gab es die eine oder andere Mark und wenig später stand sie da, die erste Kreidler mit Dreigang-Handschaltung und satten 50 Kubik. „Klar haben wir auch die Straßen unsicher gemacht, aber am liebsten war ich von Beginn an im Gelände unterwegs.“ So wurde trainiert, geschraubt und erste Wettbewerbe wurden gefahren. Bald folgte der Kreidler eine Hercules 101. „Mit lokalen Rennen und der deutschen Meisterschaft, wo ich dann auch schon ab und an als Privatfahrer am Start war, bist du gut und gern auf 20 bis 30 Renntermine im Jahr gekommen.“ Und mit der Erfahrung steigerten sich natürlich auch die Leistungen.

 

Als es nach der Lehre zur Bundeswehr ging sollte sich dann in Sachen Motorsport schnell einiges ändern. Zwar wurde Büse nie in eine Sportfördergruppe aufgenommen, aber als es in der Bundeswehrmeisterschaft auf einer alten Maico auf Anhieb ganz weit nach vorn ging, wurden die Vorgesetzten aufmerksam. Kontakte zur Industrie wurden hergestellt und so kam Büse nach und nach zu immer besserem Material.

1966 sollte es dann den ersten großen sportlichen Erfolg geben. Büse war in der Bundeswehrmannschaft, die in der Deutschen Enduro Meisterschaft in der Clubwertung angetreten war und konnte dort auf Anhieb die Mannschaftswertung gewinnen. Im selben Jahr ging es dann auch nach Schweden zur Six-Days, wo man ebenfalls als Clubmannschaft den Sieg einfahren konnte. „Das waren verrückte Zeiten, es war ja kalter Krieg, viele Sportler aus dem Osten waren mit am Start und wir sind als Bundeswehrmannschaft in Uniform gefahren.

 
 

hbu_mce0203_2010

 

Die Blicke der anderen hattest du so sicher.“ Mit dem sportlichen Erfolg klopften auch die großen Hersteller bei Büse an. Jawa war damals richtig gut „und ich war auf einmal auf einer Werksmaschine der Tschechen unterwegs, mit der ich mit tschechischem Kennzeichen auch in meine deutsche Kaserne einrückte.“

In die rückte Büse übrigens noch bis 1992 täglich ein. Nach dem Grunddienst hatte er verlängert, dann noch einmal zwei Jahre drangehängt und irgendwann als Berufssoldat unterschrieben. „Das war eigentlich nie mein Plan gewesen. Alles was ich wollte, war Motorrad fahren, allerdings hatte sich schnell gezeigt, dass ich bei der Bundeswehr eine berufliche Absicherung hatte, wie ich sie als Motorradprofi nie gehabt hätte, auch wenn ich damals mit dem Sport viel mehr verdiente als in meinem Beruf beim Bund.“

 

Den Clubtiteln von 1966 folgten weitere sportliche Höhenflüge. In der Deutschen Meisterschaft war Büse immer vorn dabei und 1972 wurde ihm das erste hauseigene Produkt von Österreichs „Orangen“ zur Verfügung gestellt, Büse ging mit einer 250er KTM an den Start und wurde auf Anhieb Zweiter in der Meisterschaft. 1975 konnte er dann auch den DM-Titel gewinnen und im selben Jahr fuhr er mit dem Klassengesamtsieg bei den Six-Days auf der Isle of Man einen seiner größten Erfolge ein.

 

Doch die Erfolgsgeschichte war damit noch lange nicht zu Ende. Bei der EM schlug ein Jahr später am Ende der Saison Platz 2 zubuche, „der Stress war damals schon immens. Am Freitag raus aus der Kaserne, Rennen fahren und am Montag wieder pünktlich zum Dienst. Heute fragt man sich da schon manchmal, wie das funktionierte, aber das war wieder so eine fast unmögliche Sache, also musste ich das angehen.“

 

1977 folgte dann der spektakuläre Wechsel von KTM zu Hercules, die schon länger an Büses Tür gekratzt hatten. Bei den Österreichern war man ob des Wechsels etwas angesäuert und verpflichtete Motocross- Vizeweltmeister Willi Bauer, um Büse im Endurosport zu ärgern. Doch Bauer sah nicht wirklich einen Stich, gab das Unterfangen, Büse im Gelände zu schlagen, nach wenigen Rennen auf.

 

In den folgenden Jahren wurde Büse in Serie Deutscher Meister, 1979 gab es dann von Maico das Angebot, in der großen Hubraumklasse über 500 ccm anzutreten. „Das war noch einmal etwas, was mich reizte. Die Siege in meiner Hubraumklasse waren dabei gar nicht einmal das Entscheidende, ich wollte die Overall-Wertung, weil das mit den Big-Bikes eigentlich als unmöglich galt.“ Und wieder einmal machte Büse scheinbar Unmögliches möglich, wurde auf Anhieb Deutscher Meister und Europameister. Und auch im Jahr darauf war Büse wieder der überragende Fahrer der EM. Doch zwei Rennen vor

hbu_mce0203_2010_001
Der Firmensitz der Büse MX Import GmbH in Roetgen

 

  hbu_mce0203_2010_002
Auch Eigenmarken wie Rocc-Helme gehören zum Angebot
hbu_mce0203_2010_003
Die Töchter Christina und Zorika werden das Geschäft übernehmen
  hbu_mce0203_2010_004
Über 10.000 Produkte gehören zum Büse-Angebot

 

Saisonende kam dann ein unnötiger Sturz beim Rennen in Bergamo, das linke Handgelenk war gebrochen. Und während allerorts die Gazetten titelten „Büse schmeißt EM-Titel weg“, ging der 14 Tage später mit Spezialschiene und jeder Menge Schmerzen an den Start, wurde Tageszweiter und holte seinen zweiten EM-Titel. „Ich habe damals meine Gesundheit völlig außer Acht gelassen, ob ich das heute wieder so machen würde, weiß ich nicht. Natürlich ging es immer auch um den Sieg, meine eigentliche Motivation war aber oft, meine Kritiker verstummen zu lassen.“

Die eigenen Kinder, drei sind es an der Zahl, sind übrigens nie Rennen gefahren. „Alle drei können Motorrad fahren, sie haben es von mir gelernt, aber ich hab’ es nie drauf angelegt, dass sie irgendwann im Sport starten und ganz ehrlich, ich weiß, welche Entbehrungen ich auf mich genommen habe, deshalb war ich nie böse, dass sie nie in den Rennsport wollten.“ Schluss war 1983 auch für Büse. Mitten in der Saison hatte Maico seine Pleite verkündet. „Ich

 

weiß nicht, ob ich satt war, aber ich hatte auch keine Lust mehr, noch einmal woanders anzufangen, wieder zu verhandeln und mich noch einmal zu beweisen, obwohl ich sportlich gesehen damals ganz sicher nicht zum alten Eisen gehörte“, so Büse, der mit 38 Jahren, einem heutzutage fast schon salomonischen Offroadsport-Alter, den Helm endgültig an den Nagel hängte.

So ganz nebenher war Büse auch noch 1976 und 1977 als Berater beim damaligen Motorradbe-kleidungs Hersteller Krawehl tätig. Als diese Zusammenarbeit endete, wollte sich Büse aus dieser Geschäftsbranche jedoch nicht einfach verabschieden. „Es musste doch möglich sein, etwas Ähnliches selbst auf die Beine zu stellen“, die Entscheidung stand fest, ein eigenes Geschäft, das etwas mit Motorrädern zu tun hat, musste aufgezogen werden. So begann er die heutige Büse MX Import GmbH aufzubauen. Anfangs wurde vor der Bundeswehr, in der Mittagspause und nach dem Dienst gearbeitet, 1992 verabschiedete sich Büse dann von

 

seiner Laufbahn als Berufssoldat, um sich ganz dem Aufbau der Firma zu widmen. Aus damals 500 angebotenen Produkten sind heute über 16.000 geworden, das Unternehmen zählt zu den ganz großen in Europa.

„Jetzt bin ich 65, ich habe hier immer noch unglaublich viel Spaß bei meiner Arbeit, aber in den kommenden Jahren möchte ich das Geschäft an meine Töchter Zorika und Christina übergeben.“ Dann soll endlich auch für Frau Christel, die über Jahre den Sport ihres Mannes und den Aufbau des Unternehmens unterstützt hat, mehr Zeit sein. „Im Moment habe ich kein eigenes Motorrad, aber sicher werde ich mir wieder eins kaufen.“ Der Rennsport ist allerdings abgehakt. Zwar könne sich Büse vorstellen, auch mal wieder Enduro zu fahren, „beweisen will und muss ich mir nichts mehr, wenn dann nur noch zum Vergnügen.“

• Text: Lars Koch; Fotos: Lars Koch + privat



pdf MCE SPEZIAL Febr./März '10

 


Newsletter

© 2019 Heino Büse MX Import GmbH. All Rights Reserved.